DuIchWir - Alle inklusive. Die Internetseite zur Öffentlichkeitskampagne Inklusion in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg

Die Internetseite zur Öffentlichkeitskampagne Inklusion in Baden-Württemberg

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Beispiele aus dem Zusammenleben
Freizeit, Kultur und Sport

Die Interessen mit anderen teilen

Natürlich gibt es für Menschen mit Behinderungen spezielle Angebote im Freizeitbereich. Viele wünschen sich aber auch die Teilnahme an Angeboten, die alle Menschen nutzen. Ganz gleich, ob in der Freizeit, im Theater oder im Sportverein: Es geht darum, die Interessen mit anderen zu teilen und die eigenen Stärken unter Beweis zu stellen. Dazu braucht es oft keine besonderen Angebote. In vielen Vereinen und Projekten sind Menschen mit Behinderungen willkommen und das ist für alle ein Gewinn. Damit jeder teilnehmen kann, müssen die Angebote zugänglich (barrierefrei) sein.

Freizeit genießen
Theater und Kultur

Miteinander Barrieren abbauen
und gemeinsam Freizeit,
Sport und Kultur erleben

Beispiel Kultur inklusive:
Kultur vom Rande – das inklusive Festival

In Reutlingen wird alle drei Jahre ein mehrtägiges Festival im Theater und auf Straßen und Plätzen in der Innenstadt für kulturinteressierte Bürgerinnen und Bürger veranstaltet. Die Themen des Festivals wechseln jedes Mal. Inklusive Künstlergruppen aus der Region und ganz Europa unterhalten durch Tanz, Theater oder Musik. Es gibt besondere Theateraufführungen für alle Sinne. Die Veranstaltungsorte sind barrierefrei und Gebärdendolmetscher übersetzen die Darbietungen während des Festivals. Interessant ist auch ein großes Angebot an Workshops. Eine Workshop-Gruppe dreht jeden Tag einen Film aus der Sicht von Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit Behinderungen,
der jeden Abend vorgeführt wird.

Beispiel Sport inklusive:
Inklusion durch Sport – wir sind dabei!

Der Stadtverband für Sport Tübingen e. V. ermutigt Sportvereine, das allgemeine Sportangebot für Menschen mit Behinderungen zu öffnen. Kinder und Erwachsene mit Behinderungen sollen besser aufgenommen werden. Der Stadtverband vermittelt Betroffenen passende, bereits bestehende Angebote und unterstützt die Teilnahme.

Es wird vermittelt, wie man mit den neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmern umgeht und wie das bestehende Gelände barrierefrei gestaltet wird. Vereine und Institutionen erhalten auf Wunsch Schulungen im Bereich des Behindertensports. Gemeinsame Sportfeste für Menschen mit und ohne Behinderungen und langfristige Kooperationen mit Sportvereinen, Institutionen und Organisationen runden das inklusive Angebot ab.

Uneingeschränkte Teilhabe auch im Arbeitsleben:
„Rudolfs Küche und Café“ in Stuttgart – ein Beispiel für gelebte Inklusion

Mitten im Zentrum von Stuttgart, im TREFFPUNKT Rotebühlplatz, lädt  „Rudolfs Küche und Café“ von 9:00 bis 23:00 Uhr zum gemütlichen Verweilen bei Kaffee und Kuchen oder leckeren Speisen ein. Ein Café wie jedes andere? Nein, das „Rudolfs“  ist darüber hinaus ein beeindruckendes Beispiel für die erfolgreiche Verwirklichung des Inklusionsgedankens. Menschen mit psychischen Behinderungen arbeiten hier Hand in Hand mit Menschen ohne Behinderungen zusammen – sowohl  in der Küche als auch im Service. Dabei werden sie durch fachkundiges Personal des Rudolf-Sophien-Stifts unterstützt, das darauf achtet, dass sie nicht überfordert, aber auch nicht unterfordert werden. Sie erhalten die Möglichkeit, ihre berufliche Qualifikation zu verbessern und auszubauen und können im Café fest angestellt werden. 

Für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist der  Wiedereinstieg in das Arbeitsleben oft sehr schwierig. Sie stoßen auf Barrieren,  die schwer zu überwinden sind – Vorbehalte möglicher Arbeitgeber und die eigene Angst vor Überforderung in einer leistungsorientierten Gesellschaft. Gerade für diese Menschen ist es aber ganz besonders wichtig, aktiv am Arbeitsleben teilzunehmen und ihre Fähigkeiten und Stärken erkennen und einsetzen zu können. Diese Erkenntnis war der Anstoß für dieses Projekt, das im Jahr 2013 vom Rehabilitationszentrum Rudolf-Sophien-Stift und seinem Träger, der Evangelischen Gesellschaft e. V. Stuttgart, ins Leben gerufen wurde.

In „Rudolfs Küche und Café“ muss niemand Angst haben, wegen seiner psychischen Erkrankung nicht akzeptiert zu werden. Das Gefühl, gebraucht zu werden und etwas zum Gelingen einer Sache beitragen zu können, ist für Menschen mit einer psychischen Erkrankung noch sehr viel bedeutsamer als für gesunde Menschen. Es  bringt verlorenes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurück und ist Ansporn für die Zukunft. Die Anerkennung, die diesen Menschen hier von Kolleginnen und Kollegen und natürlich auch von den Gästen entgegengebracht wird, stärkt ihr Selbstvertrauen. Sie arbeiten in einem geschützten Umfeld. Aber sie werden durch die Zusammenarbeit im Team mit Menschen ohne Behinderungen nicht ausgegrenzt – sie sind dabei, sie sind mittendrin. Darüber hinaus sind die Begegnungen und der Austausch mit den Gästen in entspannter Atmosphäre eine echte Bereicherung für beide Seiten.

Die ideale Lage von „Rudolfs Küche und Café“ im TREFFPUNKT Rotebühlplatz eröffnet den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ob mit oder ohne Behinderungen, auch zahlreiche Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung. Volkshochschule, Musikschule, der Treffpunkt 50plus  und viele interessante Veranstaltungen in den Bereichen Musik, Kunst und Kultur sind nur wenige Schritte entfernt.

Diesen Beitrag werden wir in den nächsten Monaten noch um weitere lebensnahe Beispiele ergänzen. Schauen Sie doch öfter mal vorbei.

 

 

Weitere Informationen des Sozialministeriums Baden-Württemberg finden Sie unter folgendem Link:
Freizeit, Kultur, Sport

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